top of page

Drei Mann der Elbe entlang

  • hzink54
  • 3. Juli
  • 21 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Aug.



Wasser, das Elixier des Lebens. Die Alchemisten vergangener Zeiten suchten danach vergebens, weil sie nicht sahen, dass es um sie herum und in ihnen selbst bereits war. Wasser begleitet uns unser gesamtes Leben, weshalb die Lebenden im Wasser und in dessen Nähe sich glücklich schätzen.


Vermutlich ist das auch der Grund, warum sich drei Männer entschlossen haben der Elbe ihrem Ursprung entgegenzufahren. Um die zahllosen Stimmungen die dieser Fluss um sich offenbart so intensiv wie möglich aufzunehmen, werden sie mit dem Fahrrad in Ufernähe der Elbe von Dömitz bis Pirna fahren um dann zum Abschluss das Elbsandsteingebirge zu erkunden.


Drei Mann, Kalle, Stefan und Horst, wir haben uns vorgenommen zusammen durch dick und dünn diese Tour gemeinsam zu bestehen und hoffen darauf, dass uns der Geist von Theo Lingen und Heiz Erhardt begleitet, damit uns nie der Humor abhanden kommt.


Es ist der 4. Juli 2026 und es ist bereits sechs Uhr in der Frühe. Eigentlich wollte ich eine Stunde vorher aufstehen. Es ist keine Zeit mehr um den Augen ein sachtes Öffnen zu gestatten. Ein Sprung aus dem Bett erinnert mich, dass ich vor zwei Tagen noch nicht mal schmerzfrei stehen konnte. Ein Blumentopf hatte mir meinen Rücken deformiert und zwang mich in die Haltung eines Neandertalers. Bettruhe verschlimmerte diesen Zustand und nur die heilenden Hände einer begnadeten Heilpraktikerin brachten mich in den Zustand eines Homo erectus. Doch Vorsicht war geboten, denn noch ballanzierte ich meinen fünften Wirbel auf dem Vierten, was viel Geschicklichkeit und Fürsorge erforderte. Um sieben Uhr stehen Stefan und Kalle mit ihren Frauen Gundula und Betty vor der Tür. Ein säuselndes Guten Morgen an meine liebe Irja, weckt sie sacht und trägt zu ihrer guten Laune bei. Jetzt muss alles schnell gehen und weil ich gut vorbereitet hatte, ging auch alles schnell. Als die Anderen kamen, konnte ich die Haltung einnehmen, als würde ich schon eine viertel Stunde auf sie warten. Phu geschaft. Mit drei Autos und den Fahrrädern auf Trägern fuhren wir nach Dömitz an der Elbe.


Hier soll unsere Tour beginnen. Knapp hundert Kilometer liegen heute vor uns bis Havelberg. Irja war nur Taxi und fuhr gleich wieder nach Hause. Die anderen Mädels fuhren von da aus nach dem ca. 50 km entferneten Wittenberge. Von da aus werden sie uns bis Havelberg begleiten.


Von Dömitz bis Wittenberge, was für eine schöne Lanschaft. Die Elbe, wir fahren auf dem Deich entlang, Gänse, Störche, Füchse, Rehe und Böcke, die Stille, das Wasser, dunkel zwar, doch mit einer scheinbaren Konsistenz von Sahne.

Das Wetter, angenehm, aber bewölkt. Da kehrt Friede in die Seele ein und ich wünsche mir, dass die Strecke gar kein Ende nimmt. In Wittenberge wurden wir von Betty und Gundula bereits bei einem Einkaufszentrum erwartet. Ein schneller Imbis und Getränke, dann ging es zu fünft weiter. Von da an setzte der Regen ein und wir hatten noch 45 km vor uns. Es war ein sachter Regen und er hat mich nicht sonderlich gestört. Auch die Anderen schienen sich nicht die gute Laune dadurch verderben zu lassen. Kleine Stopps zwischendurch, Fotos hier und Fotos da. Erinnerungen sind so wichtig. Der schöne Moment braucht nur wenige Augenblicke anzuhalten, aber man kann Jahre davon zehren. Nach 95,6 km hatten wir Havelberg erreicht.

Was für ein schönes kleines Städtchen. Das Stadtzentrum wird von beiden Seiten von der Havel umsäumt. Diese kleine Insel ist in 30 Minuten zu Fuss am äusseren Rand umrundet. Bevor wir Havelberg morgen verlassen, werden wir es nochmal etwas genauer erkunden. Erinnerungen sind ja so wichtig. Jetzt wird es Zeit dass ich schlafe. Ich will morgen früh meine Wirbel nicht wieder riskant balancieren müssen.


Es ist Sonntag der 5. Juli 7:00 Uhr und die Wettervorhersage verspricht Gutes für den Tag. Ich habe einigermassen gut geschlafen und packe meinen Reisesack. Um 8:00 Uhr haben wir uns alle zum Frühstück verabredet. an einem reichhaltiges Frühstücksbuffet stärken wir uns für den bevorstehenden Tag. Danach erkunden wir fünf noch mal Havelberg am Tag. Es scheint prädestiniert für den Tourismus zu sein. Aber auf den Strassen begegnen uns nur wenige Menschen. Heute werden Gundula und Betty von Havelberg wieder nach Wittenberge zurückkehren, um von da aus die Heimreise mit dem Auto fortzusetzen.


Wir drei, Kalle, Stefan und ich setzen unsere Reise fort nach Dresden.

Eine angenehme Temperatur, Rückenwind und sonniges Wetter lassen uns gut vorankommen. Deshalb gönnen wir uns immer wieder Pausen um die Schönheit der Landschaft in uns aufzunehmen. Die Fahrradwege auf den Deichen sind der wahre Luxus. Sie sind aufwendig neu gestaltet und mit einer Asphaltdecke versehen. Wir drei sind die meiste Zeit weit und breit die einzigen Menschen die diese großartige Strecke nutzen. Auf der Strecke ist uns auch ein Fährmann begegnet, so wie wir ihn bisher noch nie gesehen haben.

Tafel mit Foto der Skulptur Charon: dunkler Fährmann mit Sichel am Seeufer; Text nennt Bernd Streiter, 1994.

Wir werden auf unserer Reise noch mit einigen Fähren übersetzen. Ich werde mir den Fährmann dann etwas genauer anschauen.

Wo wir schon mal bei spirituellen Erscheinungen sind, möchte ich nicht versäumen Jerichow zu erwähnen. Es ist eine kleine, nette, unbelebte Stadt in Sachsen-Anhalt in der wir angehalten haben, um dort bei einem Inder Hamburger und Chicken-nuggets mit Pommes zu essen. Ich finde, dieser Satz beinhaltet eine bemerkenswerte Internationalität und das in einem Landstrich, wo die Einheimischen doch sehr auf sich selbst schauen, sagt man. Vielleicht ist da doch mehr Potential zur Akzeptanz anderer Kulturkreise als wir vermuten.




In der Ortschaft Parey hatten wir dann einen Hinweis zur Elbe-Steilküste bemerkt. Mit dem Fahrrad hält man schnell und gerne und ändert die Richtung. Die Belohnung war ein atemberaubendert Weitblick über den Fluss und das Land.

Navis haben bekanntlich auch ihre Tücken. Ein gutes Beispiel dafür begegnete uns auf dieser Tour. Wir wollten eine Schleuse überqueren und standen unerwartet vor einer Brücke die auf beiden Seiten nur über eine Treppe zu überqueren war. Obwohl Kalle noch andere Möglichkeiten der Überquerung suchte, blieb das ergebnislos. Wir mussten unser Gepäck von den Fahrrädern nehmen und sie dann die steile, lange Treppe, jedes zu zweit hinauf- und hinunterschieben. Es war eine kleine Herausvorderung, die wir zum Schluss zu unserer Zufriedenheit lösen konnten.


Anschließend waren wir wieder auf einem der neu gestalteten guten Deichradwege. Das Endziel für diese Etappe war Burg. Unsere Unterkunft war ein Flachbungalow in der Nachbarschaft mit Plattenbauten und Gewerbegelände. Die Innenausstattung von unserer Unterkunft war von sehr guter Quallität. Es war nicht gerade unser Geschack, aber für eine Nacht spielte das dann keine Rolle. Stefan meinte die Matratze war ihm zu weich, da bin ich mit ihm der gleichen Meinung.







Kalle hat mal wieder den Streckenabschnitt des Tages zur Verfügung gestellt. Der dient zur Orientierung für den Verlauf unserer Tour.






Ein abendlicher Rundgang durch die Kleinstadt und ein letzter Imbis bei einem Dönerimbis, der übrigens sehr gut war, beschließen den Tag. Das Flair von Burg erinnert mich an meine Kindertage in den 1960ern in Witten an der Ruhr. Allerdings war dort mehr Betriebsamkeit, waren dort mehr Menschen unterwegs. Es gab dort das Gefühl von Aufbruch, hier in Burg eher von Stagnation.






Der dritte Tag beginnt in aller Ruhe mit einem Istant-Kaffee. Flugs aufgebrochen und raus aus der beklemmenden Stille durch Alleen, Wälder, unüberschaubar grosse Felder und vortrefflich ausgebauten Radwegen auf Deichen, der bräsig daherfließenden Elbe.

Heute geht es nach Magdeburg und von da aus nach Dessau-Roßlau. Wir haben keine gute Wetterprognose, aber zu Begin des Tages ist es von oben trocken und wir kommen gut voran, weil wir meistens Rückenwind haben. Vor Magdeburg angekommen, sehen wir bereits Relikte aus der Zeit, als Magdeburg als Burg, noch Begehrlichkeiten gegenüber Nachbarn trutzen mußte.










In Magdeburg haben wir uns erstmal einen Bäcker gesucht und uns dort ein ausgiebiges Frühstück gegönnt. Danach war Sightseeing angesagt. Auffällig sind dort die breiten Strassen im Centrum. Hier hatte die Führung der DDR in ihrer Schaffensphase ihre Militärparaden abgehalten. Da brauchte man Platz. Inzwischen ist Magdeburg zu einer Kulturmetropole geworden. Das kann man vielerorts sehen. Wir haben uns den Dom zu Magdeburg angesehen, warem beim Theater und haben die "Grüne Zitadelle" von Hundertwasser in Mageburg besucht.

Dort fing es dann auch an zu Regnen und im Schutz der "Grünen Zitadelle" zogen wir uns unsere Regenkleidung über um dann unseren Weg fortzusetzen.











Die Elbe, mal zu unserer Linken, mal zu unserer Rechten und mal aus unserem Sichtbereich, aber immer present in der Wirkung auf die Landschaft die sie seit Jahrtausenden prägt. Kleine stille Dörfer, ebenso stille kleine Städte und zwischendrin ein Monument.

Es ist eine Skulptur in Schönbeck (Elbe) in Sachsen Anhalt und trägt den Namen "Salzblume".

Eine Überraschung anderer Art begegnete uns z.B. in Barby. Ein schlichter Hinweis führte uns zu einem ehemaligen Bauernhof, wo man ein seltenes Geschäftsmodel verfolgte. Dort bot man Heuschlafplätze an. Ausserdem hatte man die Tenne in einen großzügigen Gesellschaftsraum mit den unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten umgestaltet. Hier wurden Partys gefeiert. Eine junge Frau stellte sich uns vor und bot uns an, dass wir uns von den Getränken nach belieben nehmen dürfen. Dafür sollten wir Geld in ein Sparschwein werfen. Sprachs und verschwand. Wir nahmen das freundliche Angebot gerne an und legten dort eine bequeme Pause ein. Wobei wir auf dieser Weise auch einem Regenschauer entkamen.










Nach dieser angenehmen Pause kam die erste Begegnung mit einer Elbfähree und damit auch mit einem Fährmann. Wir wollten die Elbseite wechseln und ich erinnerte mich an die Skulptur des Fährmanns auf dem Wagen. Deshalb schaute ich mir diesen Fährmann etwas genauer an. Er sah allerdings harmlos aus, wollte nur unser Geld und war an unserem Leben nicht interessiert.










Unsere Unterkunft für die Nacht hatten wir um ca. 18:30 Uhr erreicht. Kalle hat da was ganz tolles organisiert. Es ist ein kleines Hotel direkt an der Elbe. Die Zimmer mit Elb-Blick. Eine großzügige Terasse und eine Stille, wo jeder Muskel vollkommen erschlafft. Nach einem guten Abendessen haben wir alle Drei in unseren bequemen Betten selig geschlafen.









Zum Schluss nur noch den Streckenabschnitt des Tages von Kalle.



Es ist Dienstag der 7. Juli. Wir verlassen Roßlau gestärkt, nach einem guten Frühstück und in bester Stimmung, auch wenn für heute der eine oder andere Regenschauer angesagt ist.

Ab morgen soll das Wetter sonnig und immer wärmer werden.

Heute wollen wir Bad Schmiedeberg erreichen. Auf dem Weg werden wir die Lutherstadt Wittenberg durchfahren. Ein neuer spannender Tag steht uns bevor.


Hinter Roßlau überqueren wir den Waldersee über eine sehr schöne, von Zimmerleuten solide gebaute, überdachte Brücke.













Von da aus fuhren wir in ein Waldgebiet, wo wir urplötzlich Skulpturen, riesigen, steinernen Pokalen oder auch Tempeln gegenüberstanden. Wir konnten uns den Zweck und auch die Bedeutung dieser Objekte erst nicht erklären. Im Zeitalter von KI, konnten wir aber mit dem Smartphone rechechieren. Sie dienten im 18ten Jahrhundert als Ort des Gedenkens und der Besinnung (Denkmal), als visueller Bezugspunkt (Sichtachse) und auch als Ort der Rast und des Rückzugs (Refugium). Es hat hier Schlösser gegeben, von denen man nur noch die steinernen Säulen der Eingangstore zum Gelände der Vorgärten des Schlosses sah. Ein verwunschener Wald umwächst stetig ein Areal, wo einst Liebe, heroische Gedanken und Taten, geselliges Zusammensein, verschwörerische Gespräche aber auch Gedanken und Taten menschlicher Abgründe verschwiegen bewahrte.

Wir verweilten hier eine Zeit und nahmen den Hauch der Vergangenheit in uns auf. Der eine mehr, der andere weniger und vielleicht auch überhaupt nicht. Aber gefallen hat uns der Ort allen.

Während wir den Tempel betrachteten, kamen zwei ältere Damen mit ihren Fahrrädern des Wegs. Sie waren guter Dinge lachten viel und gaben uns den Tip, unbedingt die Wörlitzer Gärten zu besuchen.










Als wir den geheimnisvollen Wald hinter uns gelassen hatten, erreichten wir bald Wörlitz. Es ist ein schönes kleines Städtchen und in der Tat kommt man an den Wörlitzer Park nicht vorbei. Es ist ein Ort der Besinnung. Vom Wörlitzer Schloss aus begiebt man sich in einen liebevoll angelegten Park der sich um den vierarmigen Wörlitzer See erstreckt. Hier braucht man Zeit um die Möglichkeiten der Entspannung auszukosten. Meine beiden Fussballintusiasten fanden darin aber keinen Lederball und auch kein Tor. Also drängten sie, mit dem Hinweis auf die noch bevorstehenden Kilometer, zu unserer Unterkunft. Ich hätte hier den Rest des Tages bleiben wollen und vielleicht im italienischen Bauernhaus über der Grotte die Nacht verbracht.



















Wir fuhren weiter über Feld- und Waldwege und erreichten bald wieder die Elbe. Solange wir an der Elbe längs fahren, sind wir auf dem richtigen Weg. Nach ca. drei Stunden im Sattel hatten wir die Lutherstadt Wittenberg erreicht. Sie wirkte belebt und durch die hellen, bunten Farben der Häuserfassaden machte die Stadt einen freundlichen Eindruck auf uns. Strassenrestaurants und Strassencafes waren zahlreich vorhanden und gut besucht. Wasserläufe waren in vielen Strassen, so wie ich es aus Freiburg im Breisgau kenne. Es war inzwischen warm geworden und die Wasserläufe luden zum Fussbad ein. Wir wählten ein italienisches Restaurant wo jeder von uns sich eine Pizza und ein großes Weizenbier bestellte. Danach besichtigten wir Wittenberg.


















Dies ist die Schlosskirche zu Wittenberg und daneben die Tür zur Schlosskirche an der Luther der Überlieferung nach 95 Thesen nagelte. Das geschah am 31. Oktober 1517. Mit diesen Thesen wollte er eine akademische Diskussion über den Ablasshandel der katholischen Kirche anstoßen - woraus sich letztendlich die Reformation entwickelte.

Nachdem wir Wittenberg schiebend mit unseren Fahrrädern durchstreift hatten, fuhren wir unsere Unterkunft in Bad Schmiedeberg an. Hier hatte Kalle für jeden von uns ein Zimmer in einem Hotel vorab gebucht. Das war gut, denn eine Reisegruppe aus Holland reiste im Bus an und wir waren froh, dass wir unsere Unterkunft fix hatten.


Es ist Mittwoch der 8. Juli und wir treffen uns wie immer um 7:30 Uhr zum Frühstück. Diesmal in einem grossen Frühstückssaal, wo ein üppiges Frühstücksbuffet aufgestellt ist. Wir stärken uns mit grossem Appetit für den Tag. Wir hatten am Abend unserer Ankunft noch in einem nahegelegenen Restaurant eine Kleinigkeit gegessen. Ansonsten haben wir Bad Schmiedeberg wenig Beachtung geschenkt. Dabei hat dieses alte Städtchen vermutlich durchaus mehr Beachtung verdient. Doch unser Endziel treibt uns weiter voran. Heute haben wir das gute Wetter was uns die Wetterfrösche versprochen haben und es macht einen großen Spass die Elbe entlang zu fahren








und gelegentlich eine Rast an besonders schönen Orten einzulegen.


Nach ca. 35 km haben wir Torgau erreicht und wir sind begeistert von dem Städtchen. Gilt es doch als eine der schönsten Renaissancestätte Deutsch-lands. Am Brunnen vom Marktplatz sammeln wir die ersten Eindrücke. Bei einem Bäcker kauften wir uns Kuchen und Softeis. Die alten Häuser, vortrefflich restauriert. Helle Farben und die Menschen die uns begegnen strahlen Freundlichkeit und Willkommenskultur aus.





Es gibt hier ein prunkvolles Schloss das einen grossen Schlossgraben hat, wo zwei kapitale Braunbären den Job übernommen haben, den Zugang zum Schloss über den Graben, in ein lebensgefährliches Unterfangen zu gewährleisten. Selbstverständlich haben wir die Brücke zum Schlosseingang gewählt.








Schloss Hartenfels ist ein prachtvolles Renaissanceschloss mit Brückenaussichts-plattform, eben in dieses Bärenrefugium das man entspannt aus der Höhe betrachten kann. Schon vor 500 Jahren wurden auf Schloss Hartenfels Bären gehalten. Die prächtige Residenz trohnt über der Elbe und hat den ersten protestantischen Kirchenbau der Welt, der von Luther selbst eingeweiht wurde. Es war auch seine einzige Kircheneinweihung. Auch hier hätten wir uns eine Führung gönnen sollen, aber unsere Tour war eben so angelegt, dass sie nur eine Woche dauert und wir nur oberflächliche Eindrücke mitnehmen können. Ein Ausflug nur zu dieser Sadt für ein paar Tage würde sich schon lohnen, deshalb komme ich bestimmt zurück.


Von Torgau aus fahren wir der inzwischen vertrauten Elbe entlang bis wir unser Tagesziel erreicht haben. Mühlenberg/Elbe ist ein kleiner verträumter Ort. Hier sind wenig Menschen auf den Strassen. Auf dem anliegenden Campingplatz war schon mehr los. Mit einem freundlichen Bier belohnten wir uns dort die Etappe erreicht zu haben. Wir Drei waren inzwischen total unterhopft.

Danach suchten wir unser Quartier auf. Von aussen wirkte es sehr bescheiden, doch von innen überraschte es uns auf das angenehmste. Eine sehr freundliche Inhaberin wies uns unsere grosszügigen Zimmer incl. Bad zu und wir fanden auch noch ein Restaurant in der Nähe wo wir auf der Terasse ein gutes Essen bekamen.


Zuletzt noch Kalle's Streckenplan vom Tag.


Gut's Nächtle
















Es ist Donnerstag der 9. Juli und er beginnt wieder mit einem reichhaltigen Frühstück. Auf dem Weg von Mühlberg an der Elbe, nach Meissen, sahen wir vom Elbdeich Strehla auf der anderen Uferseite. Auch hier lockte der Anblick von einem schönen Schloß. Wir entschieden uns mit der just vorhandenen Fähre hinüberzusetzen. Eine stolze, neue Elektrofähre nahm uns beim zweiten Versuch mit. Beim ersten Versuch standen wir nicht dicht genug am Anleger. Kein Zuruf, kein Handzeichen, einfach weggefahren.








 

Auf der anderen Elbseite angekommen, steuerten wir umgehend das Schloß an.

Aussen an der Burg wurden Restaurationsarbeiten an dem Gemäuer vorgenommen. Kalle ließ sich von seinem Navi leiten. Wir wurden auf einen Feldweg geführt und bekamen dann einen verwunschenen, sehr steilen bewaldeten Hang angeboten, den wir aber ablehnten. Also zurück und durchs Städtchen. Doch so sehr wir auch suchten, wir fanden keinen Zugang zum Schloss. Es gab dort eine Gartenkolonie, vielleicht hätten wir da durch gemusst oder ein magischer Spruch hätte den Bewuchs geteilt und uns somit Zugang gewährt. Wir beschlossen uns mit einem Eis zu trösten, doch der hübsche Eisladen war noch dabei Eis herzustellen und wollte uns keins geben. Echt deutsch, war eben noch nicht Schlag deizehn Uhr. Also traten wir den Rückweg zur Fähre an. Ja, und auch da erfuhren wir, dass wenn wir Hin- und Rückfahrt bezahlt hätten, es dann preiswerter gewesen wäre. Diese Erfahrung mit Strehla ließ uns zu dem Entschluss kommen, dass wir den Begriff "veräppeln" durch den Begriff "strehlarn" ersetzen wollen. Wir sind schon kleine Teufelchen, aber nur gaaanz kleine.

Gut ausgebaute Fahrradwege müssen auch hergestellt werden. Ab Riesa gab es eine Baustelle und wir mussten eine Umleitung fahren. Kalle schaute ins www. ob wir in absehbarer Entfernung eine Einkehrmöglichkeit anfahren könnten. Er fand ein Lokal direkt an der Elbe bei Nünchritz mit dem Namen BarBados. Dort angekommen, ging er erstmal alleine hinein, denn von aussen war das Lokal nicht einschätzbar. Uns bot sich aber eine tolle Überraschung. Durch die dunkle Eingangstür führte ein enger Flur auf eine grosszügige Terasse mit gemütlich arrangierten Sitzecken, überdachten Bänken und Tischen und dazwischen standen Palmen und blühende Stauden. Der Blick von der Terasse, war der Blick auf die Elbe.


Hier suchten wir uns einen der vielen freien Plätze und fühlten uns wohl. Dort konnten wir nach kurzer Wartezeit den Zustand unserer Unterhopfung mit einem sorgfältig gezapften Weizenbier ausgleichen. Der Blick auf die Karte war die nächste Überraschung. Deshalb muss ich sie an dieser Stelle unbedingt zum Teil veröffentlichen. Wir waren in einen Gourmet-Tempel gelandet und das zu unschlagbaren Preisen. Jeder von uns wählte das "Pikante Garnelentöpfchen mit gebackenem Fladenbrot" für 8,90€. Es war einfach delikat und die charmante Bedienung tat das Ihre auf's Beste für unser Wohlbefinden.


Voller Lob und gut gelaunt fuhren wir dann Meissen entgegen. Das Wetter war inzwischen schon so warm gewor-den, dass uns der Gedanke kam, eine Erfrischung in der Elbe zu nehmen. Es gab immer wieder schöne Plätze die uns dazu einluden.

Kalle und Stefan, vom Hitzekoller heim-gesucht, streiften sich die Hemden vom Oberkörper und im Begriff auch den Rest jeglicher Bekleidung fallen zu lassen erblickten sie am Horizont Meissen. - Unser nächstes Domizil wirkte plötzlich so nah, dass die heldenhaften Recken sich wieder in ihrer Rüstung verbargen und auf ihren rollenden Rössern sich flugs auf den Weg machten und die Dusche im Hotel gegen die Elbe vorzogen. - Diese Warmduscher.

Kalle hat mit der Unterkunft bei Meissen den absoluten Glücksgriff gezogen. Die Elbe, der Fahrradweg, die Hotelterasse, das Hotel, in dieser Reihenfolge, ausgerichtet auf Meissen. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Wir bezogen unsere Zimmer, ließen das Gepäck dort und fuhren in die Innenstadt von Meissen. Wir brauchten nur zehn Minuten mit dem Fahrrad.










Die Stadt hat uns überwältigt. Was für eine wunderschöne Lage an der Elbe. Meissen ist mit Liebe und Hingabe restauriert. Die vielen schönen Plätze, die verträumten engen Gassen, die speziellen Geschäfte die es nur dort gibt und das Besondere, die Albrechtsburg. Sie thront zusammen mit dem Meissner Dom spektakulär auf einem Felsen direkt über der Elbe. Die Aussichtsplattform direkt am Domplatz nennt sich auch, Terrasse des ehemaligen Bischofsschlosses und bietet freien Panoramablick auf die Elbe. Ein Innenhof beim Dom präsentiert sich mit gepflegten, blühenden Sträuchern und Blumen.











Zurück auf dem Domplatz bemerken wir das Restaurant mit dem Namen Domkeller. Unser erster Entschluss war, dass wir auf der hölzernen Terasse vor dem Restaurant das Flair des Domplatzes bei einem Bier in uns aufnehmen wollten. Doch bei genauem Hinsehen durch die Tür des Domkellers, sahen wir am Ende eines Tunnelgangs Tageslicht und ein Teil einer hölzernen Terrasse. Neugierig folgten wir dem Tunnel und wir betraten den "Balkon von Meissen". Schon wieder so ein Moment wo wir den Mund kaum geschlossen bekamen. Wir nahmen Platz an einem Tisch über den Dächern der Meissener Altstadt.

Ich denke, in unseren drei Köpfen wird sich dieser Aufenthalt sehr lange erhalten.






Natürlich mussten wir noch zur Meissener Manufaktur wo das weltberühmte Meissner Porzellan hergestellt wird. Eine Führung alleine dort wäre eine Reise wert. Ich war nur im Forje und es hat mich umgehauen. Mein kulturbeflissenes Herz blutete als ich wieder nach diesen oberflächlichen Eindrücken herauskam. Hier MUSS ich nochmal hin.




Seit Beginn des Reiseberichts lobhudel ich unentwegt über die Elbe. Elbe hier schön, Elbe da schön. Aber sie kann auch ganz anders. In Meissen gab es einige Marker an den Hauswänden, die zeigten wie Hoch der Wasserstand der Elbe dort schon war. Stefan musste sich da mal hinstellen, damit man sich das besser vorstellen kann.

















Uns aber präsentierte sie sich wie ich schon oft erwähnte, SCHÖN !!!

Ich kann mich kaum zurückhalten noch mehr Bilder von Meissen in diesem Bericht rein-zustellen, aber wir haben ja noch zwei weitere Tage bis zum Ende unserer Tour. Der kurze Weg, zurück zu unserer Unterkunft und ein besinnliches Ausklingen des Tages auf der Elbterasse bei gutem Essen, Getränken und Gesprächen hat dazu geführt, dass wir bei Einbruch der Dämmerung schlaftrunken unsere Zimmer aufsuchten.

Zum Schluss fügte Kalle mal wieder unseren Steckenplan hinzu. Wir sind diesen Tag nur 55,5 km gefahren, aber gefühlt war er voller Erlebnisse, sodass die Länge der Strecke überhaupt keine Bedeutung hat.




Freitag der 13. Juli soll der Tag sein, an dem wir unser Endziel Heidenau erreichen. Heute Morgen als wir drei noch in den Betten lagen, hat sich Gundula mit dem Auto und einem Fahrradträger von Vögelsen auf den Weg nach Heidenau, südöstlich von Dresden gemacht. Mit ihrem mitgebrachten Fahrrad wird sie uns gen Dresden entgegenkommen. Aber erst einmal musste sie die 450 km nach Heidenau fahren. Wir hingegen ließen es uns bei einem ausgedehnten Frühstück gut gehen. Natürlich war Gundula in unseren Gesprächen allgegenwärtig. Nach dem Frühstück hatten wir bis Dresden nur 28 km zurückzulegen. Dort verschaften wir uns erstmal einen oberflächlichen Eindruck der schon sehr prägend war. Wir standen vor dem Schlossplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Oberlandesgericht Dresden und der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis und ließen dieses massive Senario eine ganze Zeit auf uns wirken.

Wir erkundeten noch einige Gassen bis uns Gundula informierte, dass sie in Heidenau eingetroffen war. Dann fuhren wir selbst Richtung Heidenau der Elbe entlang. Kurz hinter Dresden fanden wir einen Biergarten vor. Dort informierten wir Gundula über unseren Standort. Eine knappe Stunde später hatte sie uns mit ihrem Fahrrad dort erreicht. Freudige Begrüßung und ein kleiner Imbis für uns alle und dann zu viert zurück nach Dresden. Dort angekommen schlossen wir unsere Fahrräder zusammen. Kalle und Stefan hatten sich vor der Tour an- und abschliessbare Satteltaschen geleistet. Ich musste mich von da aus mit meinem Rucksack abschleppen den ich dort nicht ungesichert zurücklassen wollte. Die 20 kg drückten mir ordentlich in den Rücken. Während Meissen auf mich zart, verspielt und voller angedeuteter Überraschungen war, wirke Dresden auf mich massiv, kraftvoll, besitzstandswahrend. Auch hier war die Erkenntnis nicht überraschend, man braucht mehr Zeit, Tage, um Dresden in seiner vielfältigen Einzigartigkeit zu erfassen. Wir steurten zuerst die


Frauenkirche an. Schon von aussen wirkt sie in ihrer Kompaktheit monströs. Innen präsentiert sie sich allerding elegant, großzügig, mit hellen Farben die eine gewisse Heiterkeit vermitteln.



















Wollte ich alle Bilder zeigen die wir in Dresden aufgenommen haben, würde aus dem Reisebericht eine Bildergallerie werden. Also halte ich mich zurück und empfehle Dresden doch selbst einmal zu besuchen. Doch ich muss noch mindestens drei Bilder hier reinstellen. Die Semperoper. Ich war leider nicht drinnen, aber ich werde Irja und mir bestimmt mal ein paar Karten für eine Verdi-Oper besorgen. Ich habe Bilder von der Innenausstattung des Gebäudes gesehen und ich würde mich niemals trauen dort mit einem Schlabberlook die Oper zu betreten. Da würde ich tatsächlich meinen Smoking für anziehen.



In unmittelbarer Nachbarschaft der Semperoper ist der sogenannte Zwinger. Der Zwinger ist ein höfischer Orangerie-, Fest- und Sammelbau, der nach einem früheren Festungsteil benannt ist. Vom Zwinger aus blickt man in einen prächtig angelegten Garten.


Als wir Dresden verlassen, blicken wir noch einmal über die Elbe, zurück auf die Altstadt mit ihren vielen reizenden Gassen, Über- und Untergängen, den heimlichen Hinterhöfen, den einladenden Cafe's. Wir wollen Heidenau noch ereichen und haben noch ca. 21 km vor uns.


Auf dem halben Weg finden wir wieder einen Biergarten am Elbufer der uns zu einer kleinen Pause einlädt.







Der Tag war voll von neuen Erfahrungen und dennoch sehr entspannt. Wir erreichen unsere Unterkunft noch bevor die Küche schließt. Das Essen ist gutbürgerlich. Danach richten wir uns in unserer Unterkunft ein.




Es ist Samstagfrüh und ich habe prima geschlafen. Ich erwache mal wieder alleine in einem Doppelbett. Was für eine Verschwendung. Kalle treffe ich auf dem Balkon, er ist ein Frühaufsteher der einem Langschläfer das Blut gefrieren lässt. Es dauert noch ein bisschen bis bei Stefan und Gundula sich die Tür öffnet. Kalle hat schon seinen Kaffee gehabt und bietet mir den Rest an. Die träge Gemütlichkeit des frühen Morgens wird durch die sich langsam steigernde Betriebsamkeit beschleunigt. Die Freude auf das Frühstücksbuffet ist gross und nicht zu unrecht. Ich hätte noch mehr Hunger haben wollen, denn ich habe bei dem vielfältigen Angebot leider nicht alles kosten können. Heute geht es ins Elbesandsteingebirge. Ich war noch nie zuvor dort und ich habe mir bewusst auch keine Bilder davon vorher angesehen. Kalle war mit Betty vor Jahren schon mal da und meinte, "das Beste kommt zum Schluss." Heute sind wir ohne Gepäck unterwegs, ich für meinen Teil habe das aber durch das Frühstück sehr gut kompensiert. Mein Fahrrad spürt nur wenig Unterschied. Wir fahren gemeinsam zum Heidenauer Bahnhof. Auf dem Bahnsteig warten wir auf den Zug. Als der Zug einfährt sehen wir das die Wagons zum bersten mit Menschen gefüllt sind. Ja klar, es ist Samstag, Wochenende. In den letzten zwei Wagons quetschen wir uns mit je zwei Fahrrädern rein. Wir sind auf das Wohlwollen der bereits anwesenden Fahrgäste angewiesen. Diese sind aber sehr entspannt, wenngleich unsere Fahrräder das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste artistische Fähigkeiten abverlangen. Nach gefühlt 20 Stationen sind wir endlich in Bad Schandau. Raus aus der Enge und ab auf den Radweg. Es sind hier und heute erstaunlich viele Menschen mit ihren Fahrrädern unterwegs.

In diese Richtung wollen wir zunächst. Es geht hier zur tschechischen Grenze. Der Wasserstand der Elbe ist sehr niedrig. Das Panorama ist atemberaubend und macht Lust am Ufer dem Elbursprung entgegenzufahren. Wir fahren am nördlichen Elbufer Tschechien entgegen. Als wir die Grenze erreicht haben kommen wir nach Schmilka. Es ist eine kleine, sehr schöne Ortschaft, von wo aus man ausgedehnte Bergwanderungen unternehmen kann. Ich habe das Gefühl im Schwarzwald zu sein und muss an meine lieben Verwandten dort denken.

















Elisabeth und Thomas würde es hier sicher gefallen. Der Ort lädt zum Einkehren ein, aber es ist noch so früh am Vormittag, deshalb fahren wir weiter. Wir fahren direkt zum Elbufer von wo aus uns eine Fähre auf die südliche Seite der Elbe bringt. Nach verlassen der Fähre, fahren wir wieder nach Schandau zurück.









Als wir mit dem Zug nach Schandau unterwegs waren, viel mir bereits das Elbesandsteingebirge auf. Wegen der Enge im Abteil und meiner unvorteilhaften Position habe ich aber nicht viel davon mitbekommen. Doch jetzt fuhren wir an Schandau vorbei nach Rathen. "Der Weg ist das Ziel." Auf diesem oder solch einem Weg muss man diesen Ausspruch erdacht haben.

Am liebsten wäre ich nach Rathen gelaufen um noch intensiver diese Gegend aufzunehmen. Längs der Elbe sah ich das Sandsteingebirge wie riesige Schonsteine die aus dem Wald herausragen und je näher wir Rathen kamen um so gewaltiger wirkte diese Formation auf mich. Von Schmilka bis Rathen sind nur ca. 15 km und trotzdem kam mir dieser Streckenabschnitt länger vor. Es lag wohl an der abwechslungs-reichen Streckenführung.

Rathen ist ein Kurort in der Sächsischen Schweiz und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist dort die Bastei. Die Bastei ist eine berühmte Fels-formation mit einer Aussichtsplattform und der 76m langen Basteibrücke. Um dort hinzugelangen, mussten wir mal wieder mit einer Fähre die Elbe queren und erreichten somit das Nordufer. Auf dem Weg hatten wir die Burg Altrathen fest im Blick.











Gundula hatte Bedenken, ob sie den Aufstieg zur Bastei überhaupt schaft. Doch ihr Personally Coach Stefan, weckte in ihr erneut Kräfte, dass sie sich entschloss doch mitzukommen. Wir fanden einen guten Platz zum Abstellen unserer Fahrräder. Dann liefen wir durch die Gassen von Oberrathen in den Wald eine sehr steile Steigung in Richtung Bastei. Die ersten 500m brannten mir vor Anstrengung die Lungenflügel. Ich war auch noch ein wenig ausser Atem wegen der Verhandlung zwecks Fahrradparken.

Mit der Zeit und jeden weiteren Meter gewöhnte ich mich an die Anstrengung. Der Lohn dafür war atemberaubend. Es war nur eine Felsniesche mit Platform auf dem Weg zur Bastai. Doch das war der Ansporn auch dort noch hochzugelangen.





































Manchmal ist es einem im Leben gar nicht so klar warum man sich so anstrengt. Gründe gibt es vermutlich genug, aber der Erfolg ist nicht immer so direkt wahrzunehmen. Hier war es ziemlich simpel, große Anstrengung, herrlicher Ausblick und weil das so schön war ging es weiter hinauf.

Nach ca. 40 Minuten Anstieg hatten wir die Bastei erreicht. Gundula war überglücklich, denn auch sie hatte das Gefühl, dass sich jeder Schritt gelohnt hatte. Hier waren wir nicht alleine. Dies war ein Hot Spot wo man vielleicht ganz früh am Tag alleine sein kann. Ab hier lasse ich erstmal die Bilder sprechen. Es ist eine Auswahl die nur annähernd zeigen kann was man dort fühlt.














































Vor 65 Millionen Jahren war noch diese Gegend vom Meer überflutet. Von da an zog es sich langsam zurück, und die Erosion begann, die typischen Landschaftsformen zu schaffen. Die Verwitterung hat die ehemals zusammenhängende Sandsteintafel in schroffe Blöcke zerlegt. Heute stehen wir fasziniert und staunend da, wohl wissend, dass wir eine Momentaufnahme des Verfalls betrachten. - Es ist ein eindrucksvolles Beispiel, dass auch der Verfall schön und anmutig ist. Es steckt so viel Geschichte darin und die Wahrnehmung des Schönen hängt doch immer vom Betrachter ab.

Als wir die Bastei hinter uns gelassen hatten, stellten wir fest, dass auch die Möglichkeit bestand, über eine Strasse per Auto oder Bus diesen Ort zu erreichen. Kaaalle hat es gewusst, uns aber nichts gesagt. Aber es war gut so. Es ist besser sich das Schöne zu erarbeiten, als es auf dem silbernen Tablett präsentiert zu bekommen. Daraus erwächst Wertschätzung. Danke Kalle!

Der Rückweg sollte uns durch die Schwedenlöcher führen. Wir rätselten, warum man die Schwedenlöcher so nennt. Ich vermutete, dass es mit dem 30-jährigen Krieg zu tun haben könnte. Kalle und Stefan waren unsicher ob die Schweden überhaupt so weit südlich vorgedrungen waren. Kalle´s flinke Finger recherchierten mal wieder flugs im Internet. Tatsächlich, es waren die Schweden. Aber sie durchquerten dieses ausgewaschene Labyrinth nicht zur Eroberung der oben trohnenden Festung, sondern die Dörfler versteckten sich dort vor den, zu der Zeit unfreundlichen, meuchelnden Schweden. Es war ein Erlebnis diesen Weg zu gehen und er war lang und steil. Aber wir folgten ja der Schwerkraft. Alle die, die uns entgegenkamen, konnten meine Mundwinkel bis zu den Ohren wahrnehmen, denn ich wusste was ihnen noch bevorstand. Dafür war dann hoffentlich ihre Wertschätzung für das erreichte um so größer.




















G

E

S

C

H

A

F

T







Als wir die Steigung hinter uns hatten, sahen wir zur Linken eines Wasserlaufs am Waldrand ein einladendes Gartenlokal. Stefan nahm bei dem Anblick sofort seine vollkommene Unterhopfung wahr und rettete sich an einem der rustikalen Tische.

Gundula wirkt auf dem Bild etwas ermattet, aber sie war auf jeden Fall glücklich und ich vermute auch stolz diesen Weg so gut hinter sich gebracht zu haben.


Nach der verdienten Pause erreichten wir dann bald unsere Fahrräder. Zurück fuhren wir nicht mit der Bahn. Wir fuhren die Strecke mit den Fahrrädern bis nach Heidenau. Wenn Kalle die Tage vorher vorweg fuhr, fuhr er meistens ein sehr moderates Tempo. Bei dieser Strecke zog er das Tempo doch etwas schärfer an. Vermutlich hatte er schon den Duft des bevorstehenden Abendessens in der Nase. Geschwindigkeit ist eben auch Kopfsache. Vielleicht lag es aber auch nur an Kalle´s Bruder Rainer. Der sollte inzwischen auch in Heidenau angekommen sein. Rainer hat an seinem Auto auch einen Fahrradanhänger und damit können wir dann am Sonntag alle zusammen mit unseren vier Fahrrädern wieder nach Vögelsen gelangen.

Als wir in unserer Unterkunft in Schönau ankamen, war Rainer tatsächlich schon da und prostete uns vom Balkon aus zu. Der der musste sich was anhören. Alles was wir erlebt hatten wurde wieder und wieder erzählt. Das Essen war lecker und sättigend, aber auf das Fußballspiel der Weltmeisterschaft hatte ich dann doch verzichtet. Ich war einfach zu müde.

Jetzt fehlt nur noch Kalle´s letzter Streckenplan. Den muss er nochmal nachreichen.


Zum Schluss nur noch das Fazit, aber das kommt die Tage.










 
 
 

1 Kommentar


dedowwiebke
04. Juli

Was für eine schöne Idee und Strecke😃🚲 ich wünsche euch eine tolle Zeit, Spaß und immer viel Luft im Reifen🤗

Gefällt mir
bottom of page